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Schimmelpilze - Gefahr aus der Biotonne ?

Es gibt immer wieder Berichte über mögliche Gefahren durch Schimmelpilze in der Biotonne. Die Berichterstattung führt zur Verunsicherung der Bevölkerung. Aus diesem Grund hat sich die Abfallberatung umfassend über die neuesten Versuche informiert und möchte auf diesem Weg die Ergebnisse zusammenfassend darstellen:


Forscher der Universität Hohenheim vertreten die Ansicht, dass die in der Presse dargestellte Gefahr durch die Biotonne für die meisten Menschen vernachlässigbar sei. "Die gemessene maximale Keimzahl der Luft bei Mülltonnen im Freien ist viel niedriger als z.B. der im Wald oder auf dem Rasen." Weiter heißt es: "....man muß die Tonne schon mit Wucht zuschlagen, um die Keimzahl in der Umgebung wesentlich zu erhöhen."


Das Hygieneinstitut der Universität Graz hat bei seinen Untersuchungen im Jahr 1998 folgendes festgestellt: "Der Vergleich der einzelnen Müllfraktionen hat gezeigt, dass Bakterien und Schimmelpilze von jeder Fraktion in gleichem Ausmaß freigesetzt wurden." Das heißt im Klartext: Auch bei der Restmülltonne werden Schimmelpilze freigesetzt, die durchaus mit der Belastung aus der Biotonne vergleichbar sind. Abschließend stellen die Wissenschaftler fest, dass durch Keimimmissionen, wie sie in der vorliegenden Studie nachgewiesen wurden, eine gesundheitliche Gefährdung für den Benutzer ausgeschlossen werden kann.


Das Umweltbundesamt hat in einer Presseerklärung vom November 1996 mitgeteilt, dass gesunde Personen beim sachgerechten Umgang mit Bioabfällen grundsätzlich nicht gefährdet sind. Als vorbeugende Maßnahmen zur Minimierung der Keimbelastung wie zur Verminderung von Geruchsbelästigungen gibt das Umweltbundesamt speziell für die Biotonne folgende Empfehlungen:


  1. Genügend große Behältervolumen bereitstellen
  2. Strukturmaterialien zugeben, wie z.B. zerknülltes Zeitungspapier, kein Hochglanzpapier.
  3. Problematische Küchenabfälle, d.h. nasse, faule, geruchsintensive Stoffe dick in Zeitungspapier einwickeln.
  4. Abfallgefäße an schattigem Standort aufstellen.
  5. Problematische Abfälle (wie z.B. Knochen) in dem Abfallgefäß entsorgen, das als nächstes geleert wird.
  6. Dichtschließende Abfallgefäße verwenden.
  7. Keine unkontrolliert belüfteten Abfallgefäße verwenden.
  8. Verschmutzte Abfall- und Sammelgefäße regelmäßig reinigen.
  9. Sammelgefäße im Haushalt häufig leeren.
  10. Abfallgefäße nicht in Innenräumen aufstellen.

Auch der Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BUND) kommt zum gleichen Ergebnis. Der BUND macht allerdings Einschränkungen: "Gehört man zu der Risikogruppe abwehrgeschwächter Personen mit massiv beeinträchtigtem Immunsystem, sollte den Umgang mit Kompostmüll ebenso meiden wie Topfpflanzen in der Wohnung oder Gartenarbeiten". In der Regel sei der betroffenen Personenkreis durch den behandelnden Arzt auf die Risiken aufmerksam gemacht worden.


In diesem Zusammenhang sei auch der Hinweis gestattet, dass es weder bei dem Personal der Abfuhrunternehmen, dass die Biotonne entleert, noch bei dem Personal des Kompostwerkes bisher zu einer meßbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung gekommen ist. Abschließend ist nochmals zu erwähnen, dass bei einem sachgerechten Umgang mit der Biotonne für gesunde Personen das gesundheitliche Risiko gering ist, wie alle Untersuchungen bisher belegen.

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