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Eigenkompostierung organischer Abfälle

Der Komposthaufen ist für den Bürger eine kostengünstige Alternative, die Bioabfälle zu verwerten. Es fallen keine Gebühren für die Biotonne an und teurer Dünger muss nicht extra gekauft werden. Die Biotonne bleibt für Wildkräuter und schlecht abbaubare Stoffe eine günstige Alternative zur umweltgerechten Entsorgung.


Es können im Grunde die gleichen Materialien auf dem Komposthaufen verwertet werden, wie über die Biotonne. Bei Wildkräutern sollte man aber darauf achten, dass diese Stoffe möglichst in der Mitte des Komposthaufens platziert werden.


Durch Obstabfälle aus Südfrüchten sind in kleinen Mengen keine Anreicherungen von Spritzmitteln zu befürchten. Größere Mengen können in die Biotonne.


Ob in einer Gitterbox, als Haufen oder im Schnellkomposter kompostiert wird, ist Geschmackssache. Wichtig ist der Bodenanschluss, damit die Bodenlebewesen und Mikroorganismen (Regenwürmer, Bakterien, usw.) übersiedeln können. Ein Abstand von der Grundstücksgrenze von mindestens einem Meter ist empfehlenswert. Die Größe eines Komposthaufens sollte einen Kubikmeter nicht unterschreiten und max. 1 -1,20 Meter hoch sein.


Der Komposthaufen sollte in einer geschützten Ecke stehen und vor übermäßiger Austrocknung durch Sonneneinstrahlung und zu viel Feuchtigkeit geschützt stehen oder abgedeckt werden. Die wichtigen Einflussfaktoren für die Kompostierung sind die Feuchtigkeit und der Sauerstoff. Ohne diese Parameter (oder auch zu viel) kommt es zu unvollständigem Abbau oder zu Fäulnisbildung. Bei der richtigen Zusammensetzung kommt es nach einiger Zeit zur Erwärmung durch biologische Zersetzungsvorgänge. In der Mitte eines ordnungsgemäß angelegten Komposthaufens sind die Temperaturen in der Anfangsphase am höchsten (60 - 70 °C) und keimfähige Samen und Sporen werden sicher abgetötet. Nach Abschluss der "Heißphase" (ca. zwei Wochen) siedeln innerhalb von ein bis eineinhalb Monaten alle nötigen Helfer wie z.B. Regenwürmer, Milben, Tausendfüßler an. Der Komposthaufen hat jetzt eine Temperatur von ca. 30 °C.


Bei der Anlage eines Komposthaufens gehört zu Entwässerung in die unterste Schicht Äste und Sträucher (Strukturmaterial) und darauf als "Starter" eine Schicht halbfertiger Kompost/Erde o.ä.. Danach kommen wechselweise stickstoffhaltige Materialien (Grasschnitt, Blätter usw.) und kohlenstoffhaltiges Strukturmaterial. Bei Grasschnitt, Blättern usw. sollte darauf geachtet werden, dass diese angetrocknet kompostiert werden z.B. ein/zwei Tage liegen lassen.


Grasschnitt kann auch gut zum Mulchen genommen werden. Unter Hecken und Gemüsepflanzen gegeben, werden gleichmässig Nährstoffe abgegeben. Hierdurch kann man größere Grasmengen im Sommer ausgleichen, die im Kompost zu Problemen führen könnten. Je vielfältiger die Mischung der Stoffe auf dem Komposthaufen ist, desto besser und schneller ist die Umsetzung im Komposthaufen. Deshalb sollte man die Stoffe für die Anlage eines neuen Komposthaufens erst sammeln und dann den Grundstock auf einmal aufsetzen. Ein einseitig oder falsch angelegter Komposthaufen kann z.B. bei zu vielen feuchten Abfällen (Grasschnitt) anfangen zu stinken. Hier kommt es durch Luftabschluss zur Fäulnisbildung und die Faulgase riechen unangenehm. In diesen Fällen hilft die Beimengung von trockenem Struckturmaterial und Umsetzten des Haufens. Das Umsetzen des Komposthaufens ist eigentlich nicht nötig. Nur würde es in den äußeren Schichten zu einer unvollständigen Umsetzung kommen. Ausserdem wird dem Prozess neuer Sauerstoff zugeführt.


Nach ca. 12 Monaten (Schnellkomposter ca. drei bis sechs Monate) ist der Kompost fertig. Ob der Kompost einsatzbereit ist, kann man durch den Kressetest feststellen. Wächst die Kresse gleichmässig und grün, ist der Kompost in Ordnung; sind die Blätter braun oder gelblich verfärbt, sollte man den Kompost nachrotten lassen oder eventuell als Frischkompost (halbfertiges Kompostmaterial) zum Mulchen einsetzen.


Der Einsatz von Kompost muss je nach Pflanzenart geplant werden, da es durch den hohen Anteil von Nährstoffen zu Pflanzenschädigungen führen kann.


Weitere Informationen z.B. zum richtigen Einsatz von Kompost geben viele Veröffentlichungen, die Sie in der Bücherei oder im Fachhandel beziehen können

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