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Kleine Abfallgeschichte

Abfälle sind schon von jeher angefallen. Viele archäologische Funde stammen deshalb auch aus den Abfallgruben von Städten, Siedlungen und Festungen.

Erste Abfallprobleme wurden bekannt, als viele Menschen anfingen in Städten zu wohnen und zu arbeiten. Der gesamte im Haus anfallende Unrat und alle Abwässer wurden einfach vor das Haus geschüttet, teilweise wurden mit den Abwässern auch die Gärten gedüngt. Durch die mangelnde Hygiene wurde die Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten begünstigt. Ratten und andere Schädlinge trugen ebenfalls zur Verbreitung von Seuchen bei. Die Städte waren gemessen am heutigen Stand relativ klein und die angefallenen Abfallstoffe bis auf Metalle und Keramik/Stein alle biologisch abbaubar.



Metalle werden schon seit jeher recycelt, eigentlich ist bei der Eisenherstellung erst das Recycling und dann erst die Eisenschmelze "erfunden" worden, denn die ersten Metallgegenstände wurden aus gefundenen Metallobjekten (vermutlich meist Meteoriten mit hohem Eisenanteil) geschmiedet. Keramik und Stein wurden für Baumaßnahmen eingesetzt.

Erst im Industriezeitalter ist mit der Erfindung künstlich hergestellter Rohstoffe der Abfall problematisch geworden. Mit der Erfindung der Kunststoffe und der günstig herzustellenden Massenwaren sank der Stückpreis pro Wareneinheit und jeder konnte sich die Gegenstände leisten.



Noch bis in die 50iger Jahre wurden die Abfallbehälter in Deutschland hauptsächlich für Asche aus den Öfen (deshalb werden Mülleimer vielfach auch noch Aschtonnen oder Ascheimer genannt), Speiseabfälle und wenigen nicht verwertbaren Stoffen genutzt. Lumpensammler sammelten alles Verwertbare (Papier, Metalle, Stoffe (Lumpen) ein, Holz (damals nicht mit schädlichen Holzschutzmitteln behandelt) wurde im Ofen verbrannt. Auch hier wurde der große Anteil an organischem Material schnell abgebaut.



Durch den Aufschwung und Lebensstil in den 50-iger/60-iger Jahren konnten sich die Menschen in der westl. Welt immer mehr leisten. Die Rohstoffe und Artikel wurden so günstig, dass sich eine Sammlung "verbrauchter" Materialien nicht mehr lohnte. Viele neue Stoffe konnten nicht im Ofen verbrannt werden z.B. behandelte Hölzer, die Kunststoffe usw.). Durch die Landflucht und arbeitsbedingte Ballung in den Städten mussten immer mehr Menschen auf kleinem Raum mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Die kleinen Tante Emma Läden an der Ecke reichten hierfür nicht aus, größere Läden, effektiv mit Selbstbedienung und mit verpackten Waren konnten diese Lücke schließen. Durch diese vermehrte Verpackung und weniger Verwertung gingen die Abfallmengen steil nach oben.



Durch das Abfallgesetz von 1972 wurden alle Landkreise und kreisfreien Städte zur Entsorgung der in ihrem Gebiet anfallenden Abfälle verpflichtet. In Folge verschwanden nach und nach die Müllkippen und Schuttkuhlen und wurden durch geordnete Mülldeponien ersetzt und es wurden Abfalltonnen eingesetzt, die von einem Unternehmer regelmäßig abgeholt wurden.



Zur Entsorgung der im nördlichen Friesland und Wittmund anfallenden Abfälle haben sich die Landkreise Friesland und Wittmund zu einem Zweckverband zusammengeschlossen, da durch die ähnlichen Gegebenheiten eine gemeinsame Strategie sinnvoll war. Das Entsorgungsgebiet für die Deponie Wiefels umfasst den nördlichen Teil des Landkreises Friesland mit der Stadt Jever und den Gemeinden Sande, Schortens, Wangerland und der Inselgemeinde Wangerooge sowie den gesamten Landkreis Wittmund. In den nächsten Jahren werden noch die Abfälle aus dem Südkreis und der Stadt Delmenhorst dazukommen, die zur Zeit noch auf der Deponie Varel /Hohenberge deponiert werden.



Mittlerweile hat man erkannt, dass eine einfache Entsorgung der entstehenden Abfälle weder sinnvoll noch optisch schön ist, da die Landschaft sonst nach einiger Zeit mit Müllbergen gespickt ist. Dazu kommt die Verknappung (Verteuerung) der endlichen Rohstoffe und die z.T. energieaufwendigen Herstellungsprozesse. Deshalb setzen die neuen Abfallgesetze, die neueste Version ist das Abfallwirtschafts- und Kreislaufgesetz, auf grundsätzliche Vermeidung und Verminderung von Abfällen und wenn möglich Verwertung der entstehenden Reste. Gleichzeitig wurden die Auflagen (u.a. Technische Anleitung Siedlungsabfall) zum Betrieb einer Abfallentsorgungsanlage immer höher um einen maximalen Schutz der Anwohner und Umwelt zu gewährleisten.



Diese Maßnahmen wurden in den Anlagen des Abfallwirtschaftszentrums gebündelt, um mit effizienter Arbeitsweise eine möglichst kostengünstige und umweltfreundliche Abfallwirtschaft zu gewährleisten. Diese Maßnahmen wirken, denn die deponierten Abfallmengen sinken. Jedoch ist es noch keine Zeit zum Ausruhen, da das Vermeidungs- und Verminderungsziel noch nicht erreicht ist. Wenn man die deponierten Abfallmengen und die verwerteten Abfallmengen zusammenrechnet, werden die Abfallmengen der frühen 90-iger wieder erreicht.



Abfälle können nur durch Verzicht auf Konsum vermieden und vermindert werden. Gut - wir wollen nicht zurück in die Steinzeit, aber wenn jeder sein Scherflein zur Abfallvermeidung beiträgt, muss auch die Industrie und die Werbung erkennen, das hier umgedacht werden muss.

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